Am
5. Dezember 1903 im niederländischen Amersfoort
geboren, absolvierte Heesters eine Banklehre, danach
eine Gesangs- und Schauspielerausbildung, und trat
an Sprechbühnen in Amsterdam, Den Haag, Brüssel
und Rotterdam auf. Bereits zu Stummfilmzeiten erhielt
er sein erstes Engagement für die niederländische
Produktion "Cirque Hollandais" (1924). Das Filmdebüt
des später als feuriger Liebhaber besetzten
Heesters sollte sich allerdings zu einer reichlich
brenzligen Angelegenheit entwickeln: Ein Studiobrand
vernichtete den bereits fertigen Film, der daraufhin
ein zweites Mal gedreht werden mußte. Erst zehn
Jahre später, in Richard Oswalds Kleine-Leute-Komödie
"Bleeke Bet" (1934), konnte Heesters seine Filmarbeit
fortsetzen und darin, der Tonfilm machte es mittlerweile
möglich, seine Begabung als Sänger auch
auf der Leinwand unter Beweis stellen.
Das
Operettenfach war zum zweiten beruflichen Standbein
geworden, Heesters´Tenor nun auch im deutschsprachigen
Ausland gefragt. Engagements führten ihn 1934
an die Volksoper Wien und 1935 an die Komische Oper,
das Metropol-Theater und den Admiralspalast in Berlin.
"Alles Walzer!" hieß es in Musikerkreisen, kurz
bevor Melodien à la Johann Strauß oder Joseph Lanner
erklangen. "Alles Operette!" müßte das abgewandelte
Motto im Falle Heesters lauten, steht sein Name
doch für die deutsche Filmoperette sowie den
Revuefilm der 30er und 40er Jahre. Geriete man in
die Lage, einem ausländischen Cineasten das
Phänomen Heesters beschreiben zu wollen, suchte
man wohl Zuflucht in einen Vergleich mit Maurice
Chevalier und Fred Astaire. Mit Chevalier hat Heesters
den Ruf des Gentleman mit grauen Schläfen gemein,
und nicht zuletzt seine über 750 Bühnenauftritte
als Honoré in dem Musical "Gigi" beweisen eine Artverwandtschaft
beider Künstler. Astaires vom seinerzeit aufkommenden
Musicals beeinflußte Produktionen dienten als Vorbild
für deutsche Revuefilme, verbanden Tanz, Gesang,
eine Love Story und eine Reihe skuriller Randfiguren
miteinander.
Im
deutschen Film war man Mitte der 30er Jahre noch
ganz im Bann der Operette. So begann die Zusammenarbeit
zwischen Heesters und der Ufa auch mit einer Verfilmung
von Carl Millöckers "Der bettelstudent" (1936),
in deren Titelrille Heesters zwei Jahre zuvor in
Wien brilliert hatte. Sein imposantes Äußeres und
sein Gardemaß prädestinierten ihn für
die Rolle als fescher Leutnant von Arnegg in Detlef
Siercks "Das Hofkonzert" ( 1936) und immer wieder
für den Part incognito agierender Edelmänner
wie in Georg Jacobys "Gsparone" (1937) oder Herbert
Maischs "Nanon" (1938).